CDU Gemeinderatsfraktion Heilbronn - Pressemitteilung
 

14. Dezember 2006

Heilbronn braucht ein Zentrum für Demenzkranke

 

 

CDU-Fraktion im Gespräch mit Experten zu neuen Wohn- und Betreuungsformen

 

 

Mit den Fragen der demografischen Entwicklung und den Herausforderungen und Chancen einer älter werdenden Gesellschaft stellt sich die CDU-Heilbronn immer wieder. Bei ihrem jüngsten Fachtag galt die Frage der Betreuung pflegebedürftiger Menschen in Heilbronn. Während es an qualitativ guten Pflegeheimplätze nicht mangelt, gibt es bislang noch nicht das angestrebte Zentrum für Demenz. Dabei sind schon heute 2/3 der Pflegeheimbewohner  Demenzpatienten. Um sich ein Bild von einer Facheinrichtungen zu machen besuchten  CDU-Fraktions- und Vorstandsmitglieder begleitet von Fachleuten der SLk-Kliniken und des Seniorenbüros zwei Modellvorhaben. Zum einen gilt das Gradmannhaus in Stuttgart als eine Pionierleistung einer demenzgerechten Konzeption und Architektur. Mit Frau Sibylle Heeg stand der Runde die Planerin und Ideengeberin zu diesem Projekt Rede und Antwort. Bei der Besichtigung war man begeistert von der hervorragenden am Patienten orientierten Therapie und Pflege. Unterstützend wirkt die Architektur mit vielen Bewegungsräumen und –Garten, die gemeinschaftlichen Aktivitäten, die ein selbstbestimmtes Handeln und Erleben fördern . Licht und Farbkonzepte, vertraute Gegenstände schaffen eine heitere entspannte Atmosphäre frei von Angst und Stress für Bewohner und Pflegekräfte.

 

„Der Schlüssel der Betreuungskräfte liegt noch mal deutlich über dem ‚normalen’ Pflegeheim und die monatlichen Kosten sind daher auch höher,“ betonte Herr Lees, der Geschäftsführer der Kleeblatt gGmbH bei der Besichtigung des Kompetenzzentrums in Freudental. Dafür aber sei nach sehr kurzer Zeit auch eine deutliche Reduzierung der Medikation die Regel, da sich der Patient viel angstfreier bewege und er Sicherheit vermittelt bekommt. Gerade bei Patienten mit hohem Bewegungsdrang und „herausforderndem Verhalten“ sei dies wichtig. Dieser Patientenkreis ist nur schwer oder gar nicht in die Abläufe eines gewohnten Heimbetriebes oder einer Klinik zu integrieren.

 

Den Besichtigungen schloss sich eine Führung durch das Heilbronner Katharinenstift an. Seit dort Herr Brauchle die Leitung übernommen hat wurde die Tagespflege und ganz aktuell auch Wohngruppen für  demente Patienten eingerichtet. Bei der anschließenden großen Diskussionsrunde betonte er jedoch, dass auch diese Schritte eine Facheinrichtung für schwerere Fälle nicht ersetzen. Ebenso bekräftigten Herr Urban, Leiter des Amtes für Familie, Jugend und Senioren und Herr Ebert als Altenhilfefachberater den Bedarf.

 

Die Gäste der Gesprächsrunde vom Seniorenbüro und vom SLK, die teilweise schon bei der Besichtigung dabei waren, unterstrichen gleichfalls unisono ihren sehr guten Eindruck von den beiden besuchten Häusern.

 

Der Vorschlag der Experten, das Heilbronner Zentrum doch mit einem neuen Betreibermodell zu führen und darin mehrere gemeinnützige Träger zu integrieren, stieß auf breite Zustimmung. Diese Idee würde die Akzeptanz und die Auslastung eines solchen Hauses fördern. Schließlich soll es allen Betroffenen und deren Angehörigen in Heilbronn offen stehen.

 

Als Resümee dieses sozialen Tages wird sich die CDU-Fraktion weiter intensiv um die Realisierung eines Zentrum für Demenz bemühen und ihren Antrag entsprechend an die Verwaltung der Stadt richten. Nach Jahren des Planens auch in Heilbronn sollen nun konkrete Schritte erfolgen.

 

Helga Drauz-Oertel

Stellv. Fraktionsvorsitzende

 

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