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Von 1805-1969 war Klingenberg
eine eigenständige Gemeinde; 1970 wurde es dann zu Heilbronn eingemeindet.
Der damals und heute kleinster Stadtteil zählte zu diesem Zeitpunkt
1.800 Köpfe. Trotzdem waren dies die entscheidenden Bürger, die
Heilbronn über die 100.000er-Grenze brachten und damit den Titel "Großstadt".
Neubaugebiete und der Stadtbus führten zu einer Bevölkerungszunahme,
so daß Klingenberg heute knapp über 2.000 Einwohner zählt.
Aber ganz so idyllisch wie
es sich hier liest ist es leider nicht mehr.
Das alte Klingenberg liegt
noch immer wunderschön zwischen Neckar und dem Wein in die Klinge
eingebettet; und genau darin liegt das größte Problem. Heilbronn
und die angrenzende Landkreisgemeinden im Zabergäu haben in den letzen
20 Jahren einen enormen Bevölkerungszuwachs erfahren. Diese Bevölkerung
nutzt natürlich im Zeitalter der Mobilität das Auto und benutzt
die einzige Ausfahrtsstraße Heilbronn - Brackenheim (Zabergäu)
täglich um an den Arbeitsplatz und zurück zu kommen. So quält
sich Tag für Tag eine Blechlawinen von ca. 18.000 Fahrzeugen durch
die viel zu schmale Klinge von Klingenberg. Eine baldiger Bau einer Umgehungsstraße,
der die Anlieger der "Stadtautobahn ins Zabergäu" deutlich entlasten
würde, ist auf Grund von fehlenden, realisierbaren Planungen nicht
in Sicht.
Ein weiteres Problem von
Klingenberg liegt wohl in der fehlenden Eigenentwicklung. Klingenberg verliert
immer mehr Bürger an die umliegende Landkreisgemeinden, weil seit
Jahren keine bauliche Entwicklung möglich gewesen ist. Jahrelanges
Drängen der Bezirksbeiräte hat nun Wirkung gezeigt. Im April
99 konnte ein dringend benötigtes Baugebiet für Klingenberg im
Gemeinderat verabschiedet werden. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl
und der fehlenden Parkmöglichkeiten entlang der Ortsdurchfahrt, kann
sich nicht einmal mehr ein Bäcker oder ein Lebensmittelladen halten.
So verfügt Klingenberg zwar über reichlich Banken und Frisörläden,
aber keine Einkaufsmöglichkeit. Auch gibt es Schwierigkeiten, die
in vielen Stadtteilen zu hören sind, wie der schlechte Zustand des
Fußball-Vereinsheimes, das im Wasserschutzgebiet liegt und nicht
renoviert werden kann, weil im dort Nichts an- oder umgebaut werden darf,
oder das Schloß, das zusehends verfällt, weil der Graf von Neipperg
keine Investitionen zum Erhalt der Gebäude tätigt, etc..
Doch weil unter den rund
2.000 Klingenbergern viele nette, heimatverbundene Menschen leben, die
gerne dort wohnen, hat nicht alles unter den Entwicklungen gelitten. So
verfügt Klingenberg über ein reges Vereinsleben. Den Arbeitskreis
Kultur im Schloß, den Fußballverein, die Gartenfreunde, die
Chorgemeinschaft, der Tennisclub, die Kleintierzüchter, der Bauernverein,
die Bürgerinitiative, der Imkerverein, die Feuerwehr etc.. All diese
Vereine gehören dem Ortskartell Klingenberg an, welches jedes Jahr
für ein ausgewogenes Kultur- und Dorfleben in Klingenberg sorgt. Und
wo so viele aktive Vereine gemeinsam sich einsetzen ist auch immer etwas
los. Der Stadtteil Klingenberg ist aus den unterschiedlichsten Gründen
ein liebenswertes Örtchen geblieben, das über Jahrhunderte gewachsen
ist und noch heute über eine ländliche Atmosphäre in unmittelbarer
Stadtnähe verfügt.
(Marion Fischer) |